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Jeder, der einen
Alkoholkranken aus falsch verstandener Hilfsbereitschaft in seinem
Suchtverhalten unterstützt, ist Co-Alkoholiker. Der Co. deckt und
bewahrt den Suchtkranken vor den Folgen seines Verhaltens. Er nimmt
ihm Verantwortung ab und hält Belastungen von ihm fern. Er trägt
dazu bei, dass der Betroffene seinen Zustand nicht realistisch
einschätzen kann und keine Notwendigkeit zu einer Änderung sieht.
Dieses Co-Verhalten gibt es
natürlich nicht nur bei Alkoholismus. Co-Abhängige gibt es im Umfeld
eines jeden Suchtkranken. Es ist dabei gleichgültig, von welchem
„Stoff“ er abhängig ist.
Besonders stark ist
Co-Verhalten in der Partnerschaft ausgeprägt. Frauen neigen stärker
dazu als Männer. Auf Grund ihres Rollenverständnisses fühlen sie
sich dabei für den Zusammenhalt und das Funktionieren der Familie
zuständig. Das Verhalten co-abhängiger PartnerInnen wird von Liebe,
Treue, Verantwortungs- und Pflichtgefühl bestimmt. Sie geraten
dadurch oft in eine sinnlose Opferrolle, aus der sie aus eigener
Kraft nur schwer herausfinden.
Co-Abhängige lassen zu, dass die Sucht des anderen Mittelpunkt ihres
eigenen Lebens wird. Sie stellen ihre eigenen Wünsche und
Bedürfnisse zurück, um die Beziehung zum kranken Partner
aufrechterhalten zu können.
Angehörige haben, genau wie
der Betroffene selbst, Bedarf und Anspruch auf Hilfe. In den
Selbsthilfegruppen der Freundeskreise werden sie nicht nur als
Gäste, sondern als vollwertige Gruppenmitglieder mit eigenen
Interessen angesehen. |